Das Lockenkalb (Galloways)

Gleich bei uns um die Ecke beginnen die Felder. Zunächst kommt ein Maisfeld, davor eine eingezäunte Weide, die von einem Bach getrennt wird. Das ist eigentlich unser Lieblingsspazierweg. Gestern nachmittag liefen zwei junge Männer, mit Stöcken bewaffnet, vor uns her. Wir glaubten es seien Walker. Plötzlich verließen sie den befestigten Feldweg und marschierten, mit ihren Stöcken klappernd, mitten auf das Feld. Wir haben ganz schön albern geguckt, aber dann sahen wir es auch. Drei Jungbullen standen mitten auf dem Feld, außerhalb des Geheges und grasten das frische Saatgut . Frauchen hatte natürlich, wie immer in solchen Fällen den Knipser zuhause gelassen. Als die "drei wilden Halbstarken" die Jungs sahen, machten sie kehrt und marschierten im Bullenmarsch an der eingezäunten Weide entlang. Frauchen wechselte einige Worte mit den jungen Männern, die meinten mit viel Glück schwenken die "Halbstarken" am Ende des Zauns nach links, wo das große Tor zur Weide sperrangelweit aufstand, und dann wären sie wieder da, wo sie eigentlich hin gehören. Ja gepfiffen, die Drei marschierten geradeaus weiter ins Maisfeld und holten dort noch zwei Kumpane ab. Es sah total witzig aus. Das Maisfeld ist so hoch und die Kälbchen noch recht klein. Keiner hat sie gesehen.

Heute sind wir dann wieder dort vorbei gelaufen, natürlich mit Camera und wir wurden belohnt. Die ganze Herde war mittlerweile dort eingetroffen, und das Tor war gottlob geschlossen. Ein ganz neues Kälbchen, es war nicht einmal so groß wie ich, dafür aber sehr neugierig, kam ganz nah an den Zaun. Ich durfte aber nicht zu ihm gehen, sondern mußte auf dem Feld sitzen bleiben. Vor Jahren habe ich nämlich mal ein solches Kälbchen begrüßt und bin dabei mit meinen Öhrchen an den stromgeladenen Zaun gekommen, was ich überhaupt nicht witzig fand. Ich habe das Kälbchen ganz doll und wütend angebellt. Dabei konnte es überhaupt nichts dafür, aber damals habe ich das noch nicht gewußt. Ich war ja auch noch klein.  Jetzt müssen wir wieder täglich nachsehen, ob neue Kälbchen geboren wurden. Das wären nette Spielgefährten. Aber die Mutter fände das glaube ich nicht so prickelnd, sie hat ziemlich laut geschnauft und dann ging das Kälbchen trinken. Es muß ja noch groß und stark werden.

Eigentlich heißen diese Rinder ja Galloways - sie leben in den schottischen Hochländern, nun diese leben im Mettmanner Hochland. Sie sind sehr robust und können den Winter draußen verbringen. 

  • Sie sind sind extrem widerstandsfähig,
  • robust, leichtkalbig und langlebig,
  • leben ganzjährig im Freien,
  • verfügen über eine hervorragende gesundheitliche Kondition,
  • benötigen kaum Medikamente,
  • sind ideale Mutterkühe mit Kalb bei Fuß,
  • die Kälber leben ausschließlich von der Milch der Mutter,
  • haben eine hohe Lebenserwartung (bis über 20 Jahre),
  • sind ausgesprochen fruchtbar und fürsorglich (1 Kalb pro Jahr),
  • leben im Herdenverband,
  • sind in der Regel friedfertig und personenbezogen,
  • haben sich ausgeprägte Instinkte erhalten.
  • Sie werden von verantwortungsbewußten Züchtern nicht intensiv gefüttert,
  • sondern extensiv das ganze Jahr draußen gehalten,
  • können auf mageren und kargen Böden unübertroffenes Qualitätsfleisch erzeugen,
  • werden nicht zur Milchgewinnung eingesetzt und hochgezüchtet
  • erhalten im Winter lediglich Heu und Stroh und sauberes Wasser
  • eignen sich durch schonenden Verbiß und geringe Trittschäden hervorragend als
  • Landschaftspfleger

 

Das Lockenkalb