"Zum Stöbern"


Es ist immer sehr schwer
loszulassen. Arko war Frauchens erster, eigener Hund, er war
"gebraucht". Als er ein halbes Jahr alt war, gab sein Vorbesitzer
ihn ab, angeblich hatte der Mann Herzprobleme. Nach jedem Spaziergang riss er
dem jungen Hund das Maul auf und sprühte Desinfektionsspray in dessen Rachen,
damit der Hund steril wurde. (Das ist alles Tatsache)
Arko durfte bei Frauchen
einziehen, er war lustig und verspielt, hat die Hundeschule besucht und
auch die Begleithundeprüfung bestanden. Auch Arko durfte schon mit ins Büro,
allerdings hatte er nur einen Halbtagsjob. Er kam auch supergut mit Kindern
klar, obwohl es nicht unsere waren und sie auch nicht in unserem Haushalt
lebten. Wenn man den Hund langsam an den Zuwachs gewöhnt und ihn daran
teilhaben lässt, besteht keine Notwendigkeit, sich von einem so treuen
Begleiter zu trennen. Es ist schlimm genug, wenn der Tag X dann gekommen ist.
Mit 6 1/2 Jahren diagnostizierte
der Tierarzt Lymphdrüsenkrebs bei Arko, er wurde operiert, die Geschwulst
entfernt und man sagte Frauchen, Arko hätte noch eine Lebenserwartung, die
man nicht einschätzen könne von ca. 2 Monaten bis zu zwei Jahren. Frauchen
hatte furchtbare Angst, die Anzeichen, wenn es nicht mehr geht, zu übersehen,
aber Arko hat es ihr sehr deutlich gezeigt. Acht Wochen nach der OP stieg
er ins Auto ein und die Beiden fuhren auf seine Lieblingswiese, er hat alle
seine Geschäfte erledigt, stieg wieder ins Auto und sie fuhren nach Hause,
dort angekommen, stieg Arko nicht mehr aus dem Auto aus. Frauchen ist mit ihm
zum Tierarzt gefahren, und dort stieg er dann aus und ging freiwillig zum
Eingang. Es war furchtbar. Der lezte Gang ist ganz schrecklich, aber Frauchen
war der Meinung, dass Arko diese letzte Reise nicht alleine bewältigen soll.
Sie ist bei ihm geblieben und er ist dann in Frauchens Armen eingeschläfert
worden.
Die Rueckkehr zur
Regenbogen-Bruecke
Ein kleiner Hund kam an der Regenbogen-Bruecke an und ein
Rudel von Hunden kam sofort zu ihm hingelaufen, um ihn zu begruessen. Er war
darauf gefasst, dass er nun angegriffen wuerde, aber das war die erste Meute,
die nur mit dem Schwanz wedelten. Anstatt ihn zu beissen, kuessten sie ihn
einfach.
Es war wunderschoen da und jeder war ganz lieb zu ihm. Keiner von ihnen wurde
in einer *Welpen-Fabrik* geboren, so wie er damals, und dann als Kampfhund
benutzt, um dann in der Gosse zu streben, weil er eine haessliche
Promenadenmischung war. Sie erklaerten, dass sie auf ihre Herrchen warten
wuerden, die sie so geliebt hatten.
"Was IST Liebe?", fragte der kleine Hund und Gott lies
ihn auf die Erde zurueckkehren um das herauszufinden.
Warm und dunkel, er wartete zusammengekauert mit den anderen darauf, geboren
zu werden. Aengstlich wartete er bis zu letzt, als er dann an den
Hinterfuessen herausgezogen wurde. Unbehaarte Haende hielten ihn vorsichtig
und trockneten ihn ab. Sie zeigten ihm, wo es einen warmen Schluck mit warmer
Milch gab. Er hatte nicht die Kraft dazu, sich lange an der Zitze
festzuhalten. Seine Brueder und Schwestern waren weitaus kraeftiger als er
selbst und stiessen ihn zur Seite. Die Menschenhand drueckte die anderen
Welpen ein wenig zur Seite und
hielten seinen Koerper, so konnte er trinken.
Aaaahhh .. so ist es besser!" dachte er und trank, bis er erschoepft war
und zusammengekuschelt bei seiner Mutter eingeschlafen ist. "Ich erinnere
mich genau daran " sagte er erfreut. "Zu dumm, dass ich erwachsen
werden musste und hinaus in die Kaelte und Naesse musste um dort zu kaempfen
und als Verliererhund sterben musste. Ich erinnere mich, was es heisst ein
Hund zu sein." dachte er traurig. Diese Nacht kroch er auf seine Mutter
und versuchte zu trinken, aber er fiel immer wieder zur Seite weg. Wenn die
anderen vollgetrunken waren, dann wurde ihnen der Bauch geleckt und er konnte
nur noch die Restmilch trinken, die die anderen uebrig gelassen
hatten.
Aber die Menschenhand war nicht da, die ihm geholfen hatte, dass er auch noch
was abbekommen hatte, die Zitzen waren immer schon leer, als er an der Reihe
war. Es war sogar schon schwer genug, dass er aufstehen konnte. Er war noch so
klein und schmaechtig. Er fiel auf den Ruecken und konnte sich nicht mehr
aufrichten. So begann er zu schreien. Sofort kam ein Mensch herbeigeeilt und
sofort war die Menschenhand wieder da und dann gaben sie ihm einen Gumminippel
in den Mund. Es hat nicht so gut geschmeckt, wie die der Mutter, aber es war
warm und vertrieb die Schmerzen in seinem kleinen Magen. Er hatte Probleme mit
dem Atmen, weil seine Lungen nicht voll entwickelt waren. Er hatte einfach zu
lange gebraucht um den anderen in die Gebaermutter zu folgen als er die letzte
Chance von der Regenbogenbruecke genommen hatte.
Er konnte den Herzschlag des Menschen spueren, der ihn zugedeckt mit einem
warmen, weichen Tuch auf den Bauch genommen hatte. Das hielt seinen knochigen
Koerper schoen warm und die wiederkehrenden sanften Streicheleinheiten haben
ihn sehr beruhigt. Er dachte wieder an seinen neuen Freund, der so lieb an der
Regenbogenbruecke zu ihm war und Gott fragte, ob er wohl nochmals zurueck
duerfte. Gott sagte : "Ja, aber nicht jetzt. Du wolltest erleben, was
Liebe ist." So wurde er fuer einige Stunden (es kam ihm vor wie Tage aber
er wusste ja nicht was Zeit ist und es war ja auch dunkel), gaben ihm die
Menschen seine Milcheinheiten und gaben ihm die Waerme und Liebe seiner Mutter
wieder.
Er wurde groesser und agiler und der Mensch nahm ihn immer oefters aus dem
Nest um bei ihm zu schlafen so lange er liebkost und gekuesst wurde und er den
Herzschlag hoeren konnte der fest und lieb klang.
Dann kam Gott und fragte ihn: "Bist du bereit zu uns auf die
Regenbogenbruecke zurueck zu kommen?" "Ja antwortete er", mit
einer kleinen Wehmut, weil der Mensch ihn nicht gehen lassen wollte und zu
weinen begann. Er liess die Luft aus seinen Lungen und ging zurueck ueber die
Regenbogenbruecke. Dort schaute er auf den Menschen, der immer noch weinte und
seinen Koerper in Haenden hielt, den er sich fuer diesen Ausflug geborgt
hatte.
"Danke Gott," sagte er. "Liebe ist WUNDERBAR und nun werde ich
auch an der Regenbogenbruecke auf den Menschen warten, um ihr beim Eintreffen
zu sagen, dass ich sie auch geliebt habe."
Verfasser unbekannt
Der letzte Gang
Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
und quälende Pein hält ständig mich wach -
was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Daß du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.
Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.
unbekannter Verfasser
Die letzten Bitten
eines kranken und alten Hundes
Viele Jahre
durfte ich Dein treuer Begleiter sein. Du hast schon, als Du mich beim Züchter
abholtest, meine
Liebe gewonnen. Ich lief Dir zu und Du nahmst mich in Deine Arme.
Du hast Dir viel Mühe gegeben, aus mir einen wohlerzogenen Hund zu machen.
Wichtig war mir, daß Du viel mit
mir gespielt hast, ich habe dabei auch gewonnen. Du hast nie mit mir
geschimpft oder mich gar geschlagen,
wenn eine Übung von mir nicht gleich verstanden wurde.
Unsere Bindung, dabei war es Liebe, wurde immer inniger, wir wurden
unzertrennliche Freunde, in Freud und
auch in Leid. Stolz ging ich mit Dir spazieren und freute mich ebenso wie Du,
wenn ich, wegen meines
gepflegten Aussehens und meiner Folgsamkeit - manchmal war sie nur Dir zu
Liebe - bewundert wurden.
Nun meine letzte Bitte an Dich. Die Zeit ist vergangen, Du wurdest älter und
ich alt. Ich bin zwar noch immer
folgsam, aber das Spiel und der Spaziergang wird halt schon immer langsamer.
Aber Du verstehst mich ja, bist
noch viele Stunden, auch in der Nacht, nach einem Tierarztbesuch, wenn ich
Schmerzen hatte, bei mir
gewesen und die Schmerzen wurden gleich besser.
Wir waren eben Freunde.
Wenn nun mein Hundeleben zu Ende geht, bitte ich Dich, wenn es Dir möglich
ist, mich auf dem letzten Weg
zu begleiten. Mein letzter Blick soll Dir gelten, bevor meine Augen brechen.
Sei nicht so traurig, wenn Du einen
Freund, vielleicht den besten, verloren hast.
Leb wohl!